Mai/Juni 2018: Brutbericht über die Möweninsel im Sibbersdorfer See

Die einen halben Hektar messende Insel zeigte bereits zur Zeit der jährlichen Pflegemaßnahme im Frühjahr 2018 erhebliche Uferabbrüche, die auf winterliche Hochwasser- und Eisgang-Einflüsse zurückzuführen sind. Dessen ungeachtet konnte die Vogelwelt in diesem Jahr witterungsbedingt erst nach dem 24. März die Insel "beziehen". ZUM BERICHT

Vogelkunde - Vögel in der Musik - Musik der Vögel

Vogelkunde - Vögel in der Musik - Musik der Vögel

Das Repertoire der Stimmenfülle unserer Singvögel ist weit gefächert - vom Glockenklang der Rufe der Meisen, über das "Auf und Ab" des Zilpzalps, den typischen Mairuf des Kuckucks, die schnellen Folgen "zitternder und erregt-heller Töne" des Rotkehlchens, den anhaltende Fluggesang der Feldlerche mit Imitationen anderer Vogelarten bis hin zur "Königin der betörenden Töne" - der Nachtigall.

Es ist daher nicht verwunderlich, dass in einer zurückliegenden Zeit des heute oft verloren gegangenen, besinnlichen Aufenthaltes in der Natur, das Morgenkonzert der Vögel im Frühling für den Menschen eine besonderer Bedeutung innehatte und in phantasievollen Mythen und Redewendungen seinen Niederschlag fand - besonders unsere tiefe Beziehung zum Gesang der Nachtigall. Der Legende nach ließen sich Nachtigallen am Grab des ermordeten Sängers Orpheus auf der Insel Lesbos zur Trauerklage nieder, da er zu Lebzeiten mit seinem Gesang "Götter, Menschen, Tiere und sogar Bäume" betört hatte.

In unseren Breiten wird die Nachtigall durch den Sprosser vertreten, der praktisch eine Zwillingsart darstellt - sein Aussehen und sein Gesang werden oft mit ihr verwechselt.

Während unsere Lerche ihr Lied der Sonne zugewandt trällert, singt das Männchen der Nachtigall aus dem bodennahen Gebüsch - vor Mitternacht bis in die Morgenstunden - , da es auf die aus den Winterquartieren nachziehenden Weibchen Eindruck erwecken möchte. In dem allseits bekannten Kinderlied "Alle Vögel sind schon da" ist von "Pfeifen, Zwitschern, Tirilieren" die Rede, und hier findet sich dann auch die Hauptverbindung des Vogelgesangs mit von uns komponierter und gespielter Musik.

Zu den ältesten, von Menschenhand gefertigten Instrumenten gehören sogenannte Knochenflöten, deren Alter auf 40.000 Jahre geschätzt werden und interessanterweise aus den flugbedingt-leichten Knochen von Singschwänen erstellt wurden - diese sogar bereits mit Grifflöchern. Andererseits fand man in Skandinavien genauso alte, jedoch primitivere Signalpfeifen - diese eventuell auf die Jagd ausgerichtet. Im Barock fanden die Knochenflöten eine technisch hoch entwickelte Nachfahrin - die Orgelpfeife; Georg Friedrich Händel ( 1685 - 1759 ) nutzte in seinem berühmten Orgelkonzert ( F-Dur, "Der Kuckuck und die Nachtigall" ) die Vertonung in Vollendung. Der Barockkomponist Vivaldi ( 1678 - 1741 ) bringt in seinem Violinkonzert "I cucu" den Kuckucksruf - entwas verfremdet - , und in seinem berühmten Werk "Die Jahreszeiten" finden sich die Rufe der Nachtigall, des Kuckucks, der Taube sowie des Stieglitz wieder.

Der große Ludwig van Beethoven ( 1770 - 1827 ) schrieb einem Freund, dass anlässlich der Entstehung seiner "Pastorale" ( 6. Symfonie ) Vögel wie die Goldammer, Wachtel, Nachtigall und Kuckuck "mitkomponiert" hätten ..........

Was mag die bis vor ein- bis zweihundert Jahren ausschließlich in Wäldern lebende Amsel gewegt haben, sich uns Menschen in den urbanen Park- und Gartenoasen anzuschließen ? Zumindest sind wir heute für ihre Entscheidung sehr dankbar, wenn wir des Morgens die wohlklingende Stimmenfülle des Amselhahnes als Weckruf vernehmen dürfen.

Über Vogelgesang machte sich offenbar Papst Urban VIII. ( 1568 - 1644 ) andere Gedanken - er wird als erregbar, redselig und wegen seines Verdachtes, dass sich spanischer Spione im Vatikan aufhielten, als ängstlicher Geistlicher beschrieben - und konnte daher schlecht schlafen; er ordnete an, die Vögel in seinen Gärten wegen ihres morgendlichen Gezwitschers zu töten ................

Foto ( Christian Garleff, Hamburg ) : Nachtigallengesang aus einer erblühten Hecke - stimmungvoller Maiauftakt

Holger Jürgensen

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen