Seit vielen Jahren erfreut Holger Jürgensen die Leserinnen und Leser des Ostholsteiner Anzeiger mit seiner ornithologischen Kollumne "Vogelkunde AKTUELL". Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen seiner neusten Beiträge über die spannende Welt der Vogelkunde.

Vogelkunde - Vom "Entenheinrich" zum Zoodirektor

Vogelkunde - Vom "Entenheinrich" zum Zoodirektor

Das moderne Wissen um die Ornithologie ist von Jahrhundert zu Jahrhundert und von bedeutenden Männern und Frauen zu ihren Nachfolgern fortgeschrieben worden und dabei gewachsen. Jeder ernsthafte Vogelbeobachter, dessen derzeitiges Wissen wir den Generationen vor uns verdanken, sollte sich daher einmal mit dem meist sehr interessanten Leben solcher Wissenschaftler beschäftigen.

Der Arzt Oskar Heinroth ist so ein interessanter Forscher, der 1871 geboren und 74 Jahre alt wurde. Er entstammte einer Musiker- und Gelehrtenfamilie in der Nähe von Mainz. Schon sehr früh traten seine besonderen Anlagen zutage. Nach einer Pockenerkrankung im Säuglingsalter verblieben schwere Seheinschränkungen, so dass er diesem Umstand offenkundig sein geschultes Gehör verdankte. Seine ersten Gehversuche soll Heinroth im Hühnerstall gemacht haben, wo er mit drei oder vier Jahren die einzelnen Hennen an ihren Stimmen erkennen konnte. Die Vorschulzeit verbrachte er gerne - oft gegen den Willen der Eltern - mit der Beobachtung der Verhaltensweisen junger Enten und Gänse, was wohl in der Schule zu seinem Spitznamen "Entenheinrich" geführt hat.

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Vogelkunde - Neue Kleider für den Spatz

Vogelkunde - Neue Kleider für den Spatz

Wenn eine Dame ein neues Kleid anprobiert, befindet sie sich normalerweise in einem besonderen Zustand des Glücks. Unsere Vögel aber leiden unter ihrem Wechsel des Kleides, der sich Mauser nennt und einen Energie zehrenden sowie physiologisch belastenden Prozess darstellt - das Wort "Mauser" ist übrigens dem lateinischen Verb "mutare" ( wechseln ) entliehen.

Unsere Vogelarten mausern ein- bis zweimal im Jahr individuell entweder Teile oder das gesamte Federkleid. Das Männchen des Kampfläufers bringt es sogar auf Grund seines periodisch aufwändigen Kopfschmuckes und seines bunten Kragens auf einen dreimaligen Wechsel im Jahr. In der Regel findet aber nur eine Mauser statt, die Vollmauser genannt wird. Besonders bei vielen Großvögeln, zu denen z. B. auch Kraniche zählen, zieht sich der Gefiederwechsel über eine längere Zeit hin, so dass die Fähigkeit zum Fliegen und Manövrieren nicht besonders eingeschränkt sind.

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Vogelkunde - Auch das Betteln will gelernt sein

Vogelkunde - Auch das Betteln will gelernt sein

Menschenbabys weinen - oft sehr nachhaltig - wenn sie Hunger oder Durst verspüren. Vogelkinder rufen auch laut und kräftig, gleichfalls unfähig, sich selbst zu ernähren. Beide verbindet : Die akustische Aufforderung erfolgt, ohne Tränen zu vergießen .....

Junge Vögel haben bei Hunger keine andere Chance, als den Altvögeln durch Bettellaute und das Sperren - das "provokante" und fordernde Öffnen der Schnäbel - zu verstehen zu geben, dass diese gefälligst ihren Schnabel füllen sollen. Viele Vogelarten haben diesbezüglich ganz besondere Rufe entwickelt; außerdem sperren sie ihre meist farbigen Schnäbel weit auf. Dies löst bei den Eltern einen Fütterungstrieb aus, und diese versorgen ihren Nachwuchs in der Regel sehr engagiert und nachhaltig.

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Vogelkunde - "... ich habe einen Vogel gefunden!" Was tun? Fragen Sie den Fachmann!

Vogelkunde -  "... ich habe einen Vogel gefunden!" Was tun? Fragen Sie den Fachmann!

Wenn man einen eventuell verletzten oder sich anderweitig auffällig zeigenden Vogel vor sich sitzen oder liegen hat, sei es passiv nach einer Kollision mit einem Fahrzeug oder aktiv durch einen Scheibenanflug lädiert, sollte man umgehend fachliche Hilfe in Anspruch nehmen. Tierärzte mit ihren speziellen Kenntnissen wären so eine Anlaufstation, die in der Regel Vögel aus der Natur kostenfrei behandeln werden.

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Vogelkunde - Der Verlust an Genen - Ursache des Artensterbens?

Vogelkunde - Der Verlust an Genen - Ursache des Artensterbens?

1859 erschien Charles Darwins Buch "Über die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl", und er wies mit den nach ihm benannten Finken auf den Galapagos-Inseln eine Veränderung in ihrem äußeren Erscheinungsbild durch eine Veränderung ihrer Umwelt nach, und diese Evolution - fortschreitende Entwicklung - der Vögel geschah in sehr kurzer Zeit!

Wenige Jahre später veröffentlichte der Mönch Gregor Mendel seine beiden Abhandlungen zum Thema "Versuche mit Pflanzenhybriden". Genau in diese Zeit mit neuen biologischen Kenntnissen fällt in der Fränkischen Alb der Fund eines weitgehend vollständigen Skeletts eines "Urvogels" - mit Resten einer Befiederung - heute im Britischen Museum in London zu bestaunen.

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